Folio 1r (A1r)
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Folio 1v (A1v)
hszt-figure-woodcut-1Holzschnitt 1 Die Verschwörung der Juden von Trient in der Synagoge
Folio 2r (A2r)
hszt-chapter-1
DAs erſte capittel iſt der Rat den die iuden haben gehabt . Uon dem Rat dreij ding ſint ʒu mer
ken.

hszt-chapter-1-paragraph-1-1 Das erſte iſt wo vmb die juden also gijrick ſin auff das Criſtenblut.
Dar auff geben die weiſen lerer ain ſollichs antwort. Das der vrſpung iſt nicht nach
gemainer ſag das ſie Criſten blut muſſen haben ʒu erer gheſunthait oder leben. alſʒ ob
ſeij anders nicht muchten leben. Seij haben das auch nicht auſʒ erem gheſatʒ ader Tal
muthWikidata
/ ſunder ſeij haben das auſʒ ainen gheſatʒ aines Concilium das ſeij hatten alſo vor vier
hundert iaren in hyſpanienWikidata ʒu CaſtelWikidata / Jn welchem Concilium ſeij hatten ain fiernemmen
was ſeij thun muchten / das groſʒ volck der Criſten das neme ſer oberhant / dar vmb ſo wart
beſloſſen vnder in / wie das ſeij alle iar Criſten blut ſolten vo gieſen / wo man das muchte
ober komen / vnd in der vo gieſſung ſolten ſeij got an rieffen das er iun wolte volien das
der Criſten blut alſo vergoſſen wird vnd vercʒert alſo ſeij das plut vo guſſen vnde
vocʒerten. dar vmb ſeij ouch ſulten eſſen vnd trincken der Criſten blut das es in in vo
cʒert wirde / Dar ʒu ſeij ouch hatten ain ſatʒung das ſeij ain vnſchuldiges kint der criſten ſolten
nemmen. wen das wer got ʒu ainnem opfer vil ghenemer den von ainem alten Criſten / do
waſʒ ouch kain cʒal in gheſacʒt den in alle landen wo man das muchte ghehaben das
ſolt man thun.

hszt-chapter-1-paragraph-1-2Das ander das hij ʒu mercken iſt. das ain jnud ghenant angel / der ſpach
cʒu den anderen juden an der do hatten ſeij ain kalb vnd lebende
viſche alſʒ in der figuren ſtet / wir haben aller ding auff vnſer oſteren ghenug den ain ding
magelt vns. do ſpachen die anderen / was das wer / do antwote er vnd spach. des po
pil iſt cʒu vil. alſo gingen die anderen auſʒ bitʒ auff ir nein juden die ir namen haben an
den hieten gheſchriben / do ſpach er vns mangelt Criſten plut / do rofften ſeij ainen
fromden iuden ghenant laʒarus das er in ſolde ain Criſten kint ʒu wegen pingen / der wolt
des nicht thun. vnd ging dar von.

hszt-chapter-1-paragraph-1-3Das dritte das cʒu mercken iſt / das ſei ſich beſunder
haben ghefliſſen ſolliche ſachen cʒu handelen beſunder an der marter wuchen vnſerem
heren criſtoWikidata cʒu ſpot. der ouch in der marter wochen ghemartert vnd ghetodt. alſʒ das
ware oſterlamp. von dem ſeij hatten in ierem gheſatʒ der popheten. das ſeij alle iar in dem
mercʒen. wen der manet wer funcʒehen tag alt. das alles iſt geweſt aine figur vnd aufʒ
wiſung des waren lamps criſtiWikidata des heren vnd wen ſeij nit mochten ain Criſten kint ha
ben. ſo nemen ſe ain lamp vnd toten das in crenucʒ weiſʒ vnſerem heren ʒu ſpot. wer auch
mercken wil der ſicht wol das liebe kint gemartert iſt in aller maſʒ der cʒeit ſtund vnd
tagen alſo vnſer her iheſusWikidata gemartert iſt worden. des leijden an hub an dem pfingſtag ʒu
aben da er vber das fleiſſen waſſer ging CedronWikidata in den garten dar in er geuangen wart
alſo iſt diſſem kint ouch geſchehen alſo man mercken iſt in den nach kummenden Capittel.

Folio 2v (A2v)
hszt-figure-woodcut-2Holzschnitt 2 Die Entführung des Knaben Simon
Folio 3r (A3r)
hszt-chapter-2
IZU dem anderen Capittel ſint ouch ʒu mercken deij artikel

hszt-chapter-2-paragraph-2-1Das erſte iſt das
die juden beruften ʒu ſich Thobiam. nach dem das der fromde jud Laʒarus was
auſʒ der ſtat gangen vnd ſpochen ʒu im. Thobia du biſt den Criſten wol bekant
vnd niemant hat kain achtung auff dich in der Criſten marterwochen vmb deiner arcʒneij
willen dar vmb ſo vnſer kainer nicht mag ſo wol auſʒ ghen. So ſoltu auſʒ ghen vnd ſalt
vns ain kint ʒu wegen bingen. das willen wir all vmb dich vnde vmb dein gheſlecht
verdienen.

hszt-chapter-2-paragraph-2-2Das ander ʒu mercken in diſſem Capittel iſt das. Thobias alſʒ er das hot
do erschack er vnd ſpach. die Criſten die ſint auff merckig. wan wir ſin vo vnderin
beruchtigit wie wir ʒu cʒeiten Criſten kinder toten. dar vmb werden ſeij es ghewar
ſo cʒer reiſſen ſeij vns all mit cʒangen. Do antwot der elter ghenant Moyſes vnd ſprach
das ſal wol verbogen bleiben das kint ſal nicht gheoffenbart werden vnd verflucht ſei
der ewichlich der das offenbart vnder vns vnd behalten ſeij der ewichlich der das voſ
sweiget. Thobia du ſolt thun das wir begheren vnd furcht dir nit got iſt mit dir

hszt-chapter-2-paragraph-2-3Das
tritte ʒu mercken in diſſem Capittel iſt das Thobias auſʒ ging auff den placʒ vnde von
dem placʒ ging er in ain gaſʒ ghenant die schuch gaſʒ. dar in was gheſeſſen ain gerwer
ghenant Andreas birtig auſʒ dem lant der Slesien.Wikidata Und hat ain Eliche wirtin ghenant
Maria ain welhin die waren bede in der kirchen alſʒ ſeij den tag hatten enphangen das
hailig ſacrament an dem . vnd hatten ain ſaligs kint ghenant Symon Wikidata in dem
alter alſʒ achtvndʒwencʒig monet das ſaſʒ vo der thuren auff ain ploch alſo kam Thobias
nach der veſper cʒeit am aben vnd reckte dem kinde ain vinger den das kindel an greiff
vnd er cʒoch das kint auff vnd ſach ſich vmb vnd alſʒ er niemant mercken was do nam er
das lꝛint vnder ſeijnen mantel. vnd do es nach der mutter ſcheij do gab er im ain Creucʒer
das es ſtil ſweig. alſo trug er das lꝛint vber ain fleiſſen waſſer in aines juden haus ghe
nant Samuel der ouch ſein vnder der turen warteun was dem gab er das lꝛint vnd ging
Thobias haimen in ſein hauſʒ. Samuel nam das lꝛint vnd beſloſʒ das in ſeijne lꝛammer vnd
daʒ es nicht wainte do gab er im epfil zuclꝛer vnd weinber. vnd die weil berufft er die
anderen juden. Hie wol ʒu merclꝛen iſt aine nach volgung des neuwen marteler der mar
ter vnſers heren iheſuWikidata der aine muter hat MarianWikidata. vnd die crafft des nammes Symon
wan Symon iſt so vil gheſprochen alſo der ghehoſam in welcher tugen der ghehoſamlꝛeit
niemant iſt hoher gheweſt dan vnſer her iheſus von dem die ſchifft ſcheibt. Factus eſt
obediens vſqʒue ad motem et cetera
[↗]
. vnd in der ghehorſamlꝛait ging vber das wasser Cedron.Wikidata alſʒ
ouch diſʒ salig lꝛint.

Folio 3v (A3v)
hszt-figure-woodcut-3Holzschnitt 3 Die Beschneidung Simons
Folio 4r (A4r)
hszt-chapter-3
DAs dritte Capittel hat ouch dreij artikel.

hszt-chapter-3-paragraph-3-1Der erſte iſt. Das ſich die juden ſam
melten in Samuels hauſʒ in welchen hauſʒ ſeij hatten ier Synagog das iſt ier iuden
ſchuol vnd gheſchach das an dem in der nacht alſʒ vnſers heren
leiden ouch an hub in der nacht / vund hatten ainen haimlicheun Rat wie ſeij das kiunt ſolten
marteren. vund beſluſſen vnder in / wie das beſſer wer in der nacht ʒu thnun den in dem
tag. vmb des willen das niemant auff der gaſſen wer vnd haimlicher muchte ſterben.

hszt-chapter-3-paragraph-3-2Der ander artikel ʒu merckeun iſt das die juden nomen das kint vnd wolteun das nicht
in ierer ſchuol toeten ſuunder vo der ſchul. vnd iſt das gheſchehen auff ain ſach die wol ʒu
mercken iſt das nicht von blut verghieſung ierer ſchul verunraint wird / also ſie ouch be
gingen an vnſers heren marter do ſeij nit wolten in pilatusWikidata richthaus in ghen der ain
haid was auff das ſeij nicht wirden verunraint alſo das ewaungeliumWikidata auſpicht vt non con
taminarentur ſed manducarent paſcha et cetera
[↗]
. dar vmb ſo blibben ſeij vo der ſchul ier neun.
Vnd Moyſes der vnder in was der elter vnd was ier pieſter. den ouch die aunderen ju
den hielten alſʒ ainen popbheten vnd von im ſagten er wuſte die cʒeit aigentlich wen der
MessiasWikidata lꝛomen ſolte / der ſolbige jud ſaſʒ nidder vnd nam das lꝛint in ſeijne ſchoſʒ vnd die
anderen iuden ʒugen im ſein ghewentel ab / das ſeij nicht veplut wirden ob es wirde ſun
den das den die lꝛlaider nicht plutig erſchinnen.

hszt-chapter-3-paragraph-3-3Der dritte artilꝛel ʒu merclꝛen iſt an
der marter vund blut vergieſſuung des vnſchnuldigeun marteler. das ſin blut ʒu funff malen
iſt vergoſſen wordeun. Die erſte vergieſſung iſt gheweſt aun der beſneidung wan Mo
yſes
nam ain meſſer vnd offnet das ghemecht dem ſeligen lꝛint. vnde die anderen iuden
enpfingen das ghepliet in ain schuſſel. wor vmb aber ſeii das ghetan haben. Das ſint ʒwo
ſachen ʒu merclꝛen. Die erſte iſt ʒu ſpot vnſerem heren CristoWikidata der ouch an der beſneidung
ſein erſte plut vergieſſung ghetan hatt das die juden wol wiſſen auſʒ den Criſten bucheren
vnd ouch von hoerſagen. dar in aber das lob des Seligen marteler iſt begriffen. das er in
ſeijm leiden gheglicht iſt der marter vnſers heren. Die andere ſach ist das ſij mainten
das kint ſolt ſterben in ieren judiſchen gheſatʒ der beſneidung vnd ſolt die ſel faren do ier
kinder beſnitten hien fieren. Die ander vergieſſung des vnſchuldigen blutes iſt geweſt
das Thobias nam aine cʒangen vnd raiſʒ dem Saligen kint ain ſtuck flaisch auſʒ ſeijm rechten
wangen / vnd nach im alſo begunten ouch die anderen juden alle ʒu thun vnd auſʒ ʒu reiſſen
ſo lang das ſii ſahen das ghebain des wangens do hoten ſii auff vnd wor vmb das ghe
ſchen iſt das mercke in dem virden Capittel das hernach wvolgen iſt.

Folio 4v (A4v)
hszt-figure-woodcut-4Holzschnitt 4 Die Folter Simons in Kreuzeshaltung
Folio 5r (A5r)
hszt-chapter-4
DAs vierde Capittel hat onuch deij artikel ʒu mercken

hszt-chapter-4-paragraph-4-1 Der erſte iſt das die ju
den haben ain ighewonhait ghehabt wan ſij ain Criſten kint wolten toeteun vnd
pas plnut von im enphohen So namen ſij ain warmes waſſer vnd ſacʒten im die fueſʒ
vnd pain dar in alſo lang das ſij rot wurden vnd das ghepluet ʒu ſamen ſolte louffen. also ouch
ſij tetten den henden vnd den armen. ouch ſlugen ſij es mit gerten vnd mit den hendeun an
die wangen vnd auff ven hals vnd vber den gancʒen leichnam dar vmb das ouch das ghe
pluet ſolt erfur ʒu ſammen rinnen vnd das es deſter baſʒ auſſer fluſʒ / wie wol aber das unit
in der gichtung diſſer iuden an diſſem ſeligen kint iſt begriffen das ſij im ſolliches ghetan
haben. Es iſt aber wol ʒu mercken das ſij das nicht gheſpart haben vmb ʒwo sachen willen
Aine iſt das ain ghetouffter iud ʒu Uelters das offenberlich ſpicht das die iuden ain ſol
liche ghewonhait haben wen ſij die kinder wollen toeten. Die andere ſach gipt das
wol ʒu verſten ſo ſij dem ſeligen kint ſein plut haben auſʒ allen glidderen ſeines leichnams
ghenummen. dar vmb ſo haben ſij das ghepluet ghemacht erfur ʒu der haut dester baſʒ rinnen.

hszt-chapter-4-paragraph-4-2Der ander artikel ʒu merken iſt an der ditten vergieſſung des ghepluecʒ des ſeligen
kindes do die iuden richten das kint nacket vnd ploſʒ auff ſein fueſʒ die ſij im hielten auſʒ en
ander vnd auſʒ ſeinem rechten pain rijſſeun ſij im mit der cʒangen ain ſtuck fleiſch vnd enphin
gen das ghepluet in ain ſchuſſel alſo tat ouch ain iechlicher iud ſo lang das ſij ſchier auff das
ghepain komen. Hie iſt wol ʒu mercken das ſij haben dem ſeligen kint ſeine fieſʒ vund
painle vo in haiſm waſſer ghepuet das das ghepluet ʒu ſammen lief. Betracht ouch
Criſten menſch die marter des ſeligen kindes vnd ſein pitters leiden betracht die ſmachait
Criſtliches gloubens von der poſʒhait der iuden die von allen glidderen wolten des kin
des plut vergieſen vnſerem heren ʒu ſmocheit. Betracht ouch die vierde veregiſſung
des ghepluecʒ das ſij nomen glufen vnd nadelen vnd ſtupften im ſein haliges houbt an allen
oerteren ʒu ſpot der donen kronen do mit vnſer her bekroent wart.

hszt-chapter-4-paragraph-4-3Der dritte arti
kel an der verſchiedung des ſeliges kindes iſt ʒu mercken. Do die iuden ſohen das lꝛint
nun gancʒ machtloſʒ von groſſer pein vnde pluet vergieſſung alſo das es nit mer ſchien
mochte ſunder ſein hailiges mundle auff vnd ʒu tet alſʒ ain hiencʒichend menſch. do eilten ſij vnd
in Creucʒ weiſʒ vnſerem heren ʒu ſpot reclꝛte im ſein ermle auſʒenander vnd an alle er
bermde ſtupften ſii das ſelig lꝛint mit nadelen vnd mit glufen / enpfingen alſo ſein hailiges
ghepluet. Nun merclꝛe Criſten hercʒ die verſcheidnung des ſeligen marteler. Alſo die
ſel begerte ʒu ſchaiden von dem leichnam do tet es ain pliclꝛ in den himmel alſo ob es got
befuel die ſach ſeines todes. vnd ſlosvnd alſo ſein onugen widder ʒu vnd neigte ſein hobt auff die
rechte ſeitte nidder vnd gab auff ſeinen gaiſt die enpfangen wart an allen eʒweifel von den
engelen in iere ſchoſʒ / dem heiligen tod du dich enphelen mahſt in allen deinen noeiten.

Folio 5v (A5v)
hszt-figure-woodcut-5Holzschnitt 5 Der aufgebahrte Leichnam Simons in der Synagoge
Folio 6r (A6r)
hszt-chapter-5
IZU dem funften Capittel ſin ouch ʒu mercken deij artikel.

hszt-chapter-5-paragraph-5-1 Der erste artikel
iſt alſʒ das Selig kint verſchaiden was vo der Synagog. do ſammelten ſich die
juden alle in die Synagog das iſt in ire ſchul. vnd nomen den leichnam des Seli
gen kindes vnd trugen in ouch in die Synagog und leitten den auff ainen tiſch vo irem
altar. in dem altar ſij hatten beſloſſen die cʒehen ghepot in gheſchifft. vnd den tisch den nen
nen ſij noch irer ſpach Almamor. vnd tailten vnder ſich das pluet das ſij von dem ſaligen
kint empfangen hetten. alſo das der reiche iud ghenant Angel der nam das tritte tail des
plutes in ain glas vnd besloſʒ das in ſeine kiſte da er ſein beſte klainet in hat beſloſſen. wel
ches blut er dar nach warff in ſein haimlichs ghemach do er hot das man wirde das kint
in iren huſeren ſuchen.

hszt-chapter-5-paragraph-5-2Der andere artikel ʒu merken iſt das die iuden in der ſelbigen
nacht alſʒ das kint lag auff dem tisch Almamer do ſtunt Moyſes vber das kint der ir pe
ſter was an ghetan mit dem claid Ephot ghenant in irer ſpach. vnd ouch die anderen iu
den hatten ain ichlicher vmb ſich gheſlagen das klaid ephod vnd alſo ghemainlichen huben
an ʒu leſen die fluch die Moyſes gab vber Pharao den konig in Egipten vnd die ouch ghe
ſchiben ſten in den funf bucheren MoyſiWikidata vber all wngehoſammen got dem heren. dar
in ſij mainen ʒu verfluchen das Criſtliche volck. das ſolliche plag vnd pluet vergieſſung vnd
ſterbet ſol gen vber das Criſtliches volck. aber alle ir fluch kert got vber ſij alſʒ der po
phete gheſagt hat dauidWikidata vber ſij. Maledicent illi et tu benedices [↗]. ſij werden verfluchen aber
got wirt den ſeghen gheben.

hszt-chapter-5-paragraph-5-3 Der tritte artikel ʒu mercken iſt. das die iuden nach der
cʒeit das ſij cʒerſtoert wurden durch die welt von TytoWikidata vnd UeſpaſianoWikidata. do ſammelten
ſich die ghelertiſten der iuden vnd machten ain puch ʒu haſʒ dem Criſtlichen ghelouben.
vnd das heiſſen ſij den TalmutWikidata / den ſchecʒen ſij vil hoher den die funf buecher MoysiWikidata. vnde
ſpechen das got im himmel leren den TalmutWikidata. Jn dem buch ſij haben ain ghebot ʒu ſpechen
dreij mal cʒum tag ain fluch vber das Criſtliches volck. in welchem ghepet vnd fluch ſij
ſecʒen ir fueſʒ ʒu ſammeunn vnd kain ghedanken ʒu der welt ſollen ſij nit haben. vnd petten
das dii man in iudiſch die weiber in irer ſpach der pieſter ſingt das mit heller ſtim
vnd laut alſus ʒu latin. Conuerſis non ſit ſpes et omnes repente diſpergentur. in matribus
minoentur paruuli et amplius non reſurgant. et omnes inimici tui gentis iſrahel destruan
tur et regnum neqcie cristiaunoorum eradicetur. fac domine fac impleas quod petimus in dieb9us nostris
velociter quia tu es deus benedictus fugans inimicos et deſtruens impios.
Der synn in dem
teucʒ iſt / das die iuden die ſich bekeren von irem glouben ʒu vnſeren glouben die ſollen
an all hoffnung ʒerſtoert werden. vnd ſollen in mutter leib erſterben vnd alſo ſal ouch gheſchehen
allen iren feinden. vnd das ſchalclꝛafftig reich der Criſten ſal auſʒ ghewurcʒilt werden vnd
gheſchant. vnd pitten den das ſii got pald erhoer beij iren cʒeitten.

Folio 6v (A6v)
hszt-figure-woodcut-6Holzschnitt 6 Die Juden essen und trinken gemeinsam das Blut Simons
Folio 7r (A7r)
hszt-chapter-6
DAs ſechſte Capittel hat ouch deij artikel ʒu dem eſſen vnd triuncken von dem plut
des ſeligen kindes.

hszt-chapter-6-paragraph-6-1Der erſte artikel iſt ain gancʒ auſʒlegung des funften Ca
pittel das aller nechſt gheſchibben ſtet von dem ghebet das die juden thun vber
das Criſten volck vnd van den fluchen die ſij ghetan haben do ſij bhaben geſſen vnd gedrunken
von dem plut des kindes dar an ʒu mercken iſt das die juden alltag deij mal ains am mo
gen / cʒwiren am aben ſpechen ain ghepet vber die Criſten ſij ʒu verfluchen alſo das ir fueſʒ
ſten ʒu ſammen die rechte hant gheſlagen vber die lincken / vnd ſprechen das auſʒ ainem gepet
das ſii nennen in der inudiſchen ſpach. Smono eſſere. das iſt in vnsſer ſprach ſo vil ghe
ret alſʒ achtcʒehn artikel da von das ſelbig ghebet alſʒ von achtcʒehn artikel ghemacht
iſt. wen ſmono iſt acht gheſpochen. vnd eſſere cʒehen. in dem ghebet haben ſij ainen fluch
vber die Criſten / das in der iudiſchen ſpach lautet in der maſʒ. lamſchimodim. al. theij.
ticfo / foechol. haminym. koenrega. iouedo / ʒu dem teuſchen laut das alſo / lamſchimodin al.
they ticfo / vn̄ ʒu den vertilckten den ſal kain hoffnug ſein hie vnd doert / dar in mainen ſii
die iuden die von in tretten ʒu vnſerem glouben / das ander tail do ſij ſprechen. foechel ha
minym. koenrega. iouedo
/ das laut in dem teucʒ alſo. vnd alle die vnglauber in ainem augen
plick ſij ſollen werden verloen / dar in mainen ſij die Criſten / ouch in irer ghemainer red
ſo verfluchen ſij vnſeren heren iheſum. vnd haiſſen in ain wilden boeſʒwicht. vnd ſprechen
in irer ſpach. toldoſʒ. jeſche. hanocʒery. das iſt die gheburt des wilden boeſʒwichtʒ da mer
ke Criſten hercʒ den haſſʒ der iuden widder vnſeren heren vnd das Criſtenvolck

hszt-chapter-6-paragraph-6-2 Der
ander artikel iſt. das die iuden wan ſij ir oſteren haben ſo nimt der hauſʒ vatter ainen krug
mit wein vnd richtent den tiſch / den anderen iuden ichlichem ain ler glas fuer geſacʒt vnd
auff diſʒ mal hatten ſij in den wein ghetan von dem blut des kindes alſo groſʒ alſʒ ain bon
vnd ſpengt mit dem vinger auff das tiſch tuech. vnd ſchenclꝛ dan ainen ichlicheen̄ in ſein glaſʒ
vnd ſpach die wort / dam. ʒfardea. linym. ooff. ſchin. deſer. boot. arbe. hoſchech / malas
boechooſʒ / das ſint in dem teuſch cʒehen plagen die MoyſesWikidata gab vber das volclꝛ in egipten Wikidata
wan ain ichlich wort iſt ain plag / dam haiſt plut / ʒfardea froeſch / lꝛinym haiſt leuſʒ / ooff ge
mischet poesſʒ tier / ſchin grint / deſer mot / boot hagel / arbe henuſcheclꝛen/ hoſchech finſter
niſʒ / malas boechoroſʒ ſlaglꝛ der erſten purt / do ſij die wot gheſpochen haben do haben ſij
geſſen lꝛrepfle ghebachen ouch mit dem blut vnd dar nach hat ain ichlicher seinen wein auſʒ
trunclꝛen ghemiſcht mit dem hailigen blut.

hszt-chapter-6-paragraph-6-3Der tritte artilꝛel iſt do ſij geſſen vnd ge
trunlꝛen haben do haben ſij gheſpochon ainen fluch aber vber die Criſten in diſſen wor
ten/ Sfoch / hemoſecho / alhagoym / oenſcher lo iedoucho / enſcher / lo gilꝛoucho / das iſt in dem
teuſch ſo vil vergeuſʒ deinen cʒon auff die voellꝛer das iſt die Criſten die ſii heiſen goym
das iſt voellꝛer / vmb das ſy nit loben dich / vmb das ſii nit willen erlꝛennen dich / du ſalt ouch
wiſſen das diſſe wot ſein recht geſchibben in der iudiſchen ſpach in aller maſʒ alſo ſij
das reden.

Folio 7v (A7v)
hszt-figure-woodcut-7Holzschnitt 7 Der Leichnam Simons wird im Keller deponieret
Folio 8r (A8r)
hszt-chapter-7
DAs ſibeunde Capittel lit ouch deij artikel. alſo ſij das kint haben verbogen.

hszt-chapter-7-paragraph-7-1
Zu dem erſten artikel iſt ʒu mercken. das die elteren des kindes mutter vnde
vatter alſo ſij das ſelig kint hatten verloen do ſuchten ſij es vber alſo weit die
ſtat TrientWikidata was do ſpach ijderman beſunder die knaben vnd kinder eſʒ hat niemant das kint
ghenummen dan die boeſen juden / dar in ʒu mercken was das der hailige gaiſt ret durch
den munt der vnſchuldigen kinder. vnd an hub das vnſchuldig plut rach ʒu reiffen vber
die boeſen iuden. dar vmb die elteren des kindes tag vnd nacht hatten ir auff ſehen ʒu den
heuſeren der iuden. beſunder mit ainen man der da haiſt der Sweicʒer der den juden wan
ſij auſʒ ader in gingen in ir heuſer ſo fragt er ſij von dem kint vnd ſchalt ſij. das verdroſʒ
die iuden ſo ſer das ſij in ir ghefenkniſʒ bekanten auff in vnd ſpochen. der Swaicʒer het in
das kint bocht in ir hauſʒ. das alles erlogen was. wen er dar vmb ghefangen wart vnd
in die eijſen gheſlagen do ghelobt er ſich ʒu dem kint das es im ſolt helfen ſo werlich alſʒ er
vnſchuldig wer an ſeinem tod. vnd alſo bald villen die eijſen von ſeinen fueſen / aber die iuden
hatten im das von haſʒ ghetan dar vmb das er ſij melte vnd ſchalt do man das kint ſuchte

hszt-chapter-7-paragraph-7-2Der ander artikel ʒu mercken iſt. do die iuden vernomen das die gancʒ ſtat ging in ir
heuſer ʒu ſuchen das ſelig kint vnd groſſer argwon auff ſij was do hatte Samuel das kint
auſʒ irer Synagog ghetragen vnd bedeckt in ain winckel in ſeinem hauſʒ mit hew vnder
ain multe dar vber gheſtircʒt. vnd do das mumelen in der ſtat ſo groſʒ wart. do trug er
das kint in ſeinen lꝛeller vnder ain miſthauffen ader lꝛet / vnd von groſſer furcht wegen
ſchutten ſij das plut in ir ſecret vnd hatten ainen Rat wie ſij mit dem totten lꝛint solten leben
die Criſten mumuelten ſer vber ſij.

hszt-chapter-7-paragraph-7-3Der tritte artikel hij ʒu merlꝛen iſt das die iuden
nit haben mugen das lꝛint vertilꝛen wen wo ſij das hetten mugen vertilꝛen ſo wer das
vnſchuldig blut nimmer gherochen woden. dar vmb verlꝛart got in ir ſin das ſij nicht
mochten das lꝛint vergraben oder verſieden vnd alſʒ ghemain red iſt wen ſij es wolten begraben
ſo lag das lꝛint ob der erden. vnd wie wol das in irer vergichtung nit ſtet ſo iſt doch gottes
lꝛrafft groeſclich do erſchinnen das das ſelig lꝛint ſolt funden werden vnd ſin plut ſolte ghe
rochen werden / man vint ouch das die lꝛinder die ſii vermalſʒ haben vmb bacht die haben
ſii ghemainlich nit begrabeun dar vmb wen ſii ainen vnglouben dar in haben alſo bii lꝛoſtnicʒ
gheſchach do ſii ain todes lꝛint an ainen boum in ainen walte lieſſen hangen das dar nach fun
den wart vnd etliche cʒeit groſſe cʒaichen gheſchehen.

Folio 8v (A8v)
hszt-figure-woodcut-8Holzschnitt 8 Die ärztliche Untersuchung des Leichnams
Folio 9r (B1r)
hszt-chapter-8
IZU dem achten Capittel ſin ouch ʒu merclꝛen deii artilꝛel wie das ſelig lꝛint iſt
funden woden /

hszt-chapter-8-paragraph-8-1Da iſt ʒu merclꝛen das die iuden ſo ſij merclꝛten das ſij woen in
groſſem argwon des lꝛindes halben vnd mutter vnd vatter mit dem ſtat lꝛnecht
den in der poteſtat hat ʒu ghegheben waren gangen in des Samuels
hauſʒ in welchem hauſʒ das lꝛindelin lag verbogen in dem lꝛieler ſij hatten das aber nicht
mugen finden / do hatten die iuden furder ain Rat wirde man das lꝛint ſere ſuchen vnde
wirde funden das becht ſii alle vmb iren hals dar vmb muſten ſii ain funt erdenlꝛen ob
es wirde funden das ſij doch blibben an argwon vnd das wolt got haben der in ir ſin vnd
vernunfft verkerte auff das ſij gheplogt wirden.

hszt-chapter-8-paragraph-8-2Der ander artikel ʒu mercken iſt. das
die iuden beſluſſen in irem rat vnd nemen das kint vnd trugen das in die Ricʒen das iſt in ain
wasſſer fluſʒ der durch Samuels hauſʒ floſʒ vnd hatten dem Seligen kint widder an geleit
ſeine klaider in aller der maſʒ alſʒ es auff erden gangen was vnd cʒugen das Selig kint auff
vnd nidder in dem kot alſʒ ob es dar in ertrunken wer vnd iſt das waſſer dar in es auff gaſ
ſen wer ghefallen hett das in ir ritʒen ghefurt. Sij hatten im ouch ſein hailige wunden ver
ſalbt mit kot das man ſij nit wol erlꝛennen mocht. auſʒ ghenomen das ghemechtle das was
im ſer ghesſwollen alſʒ ſij das hatten beſnitten vnd hatten das auſʒ ghericht in der moſʒ alſʒ
ob es vier ader funf tag in dem wasser was ghelegen. ſij hatten aber des
mogens das kint dar in gbhelait.

hszt-chapter-8-paragraph-8-3Der tritte artikel ʒu mercken iſt das
des abendes schickckten die iuden Thobiam auſʒ der aller maiſt gemainſchafft hat
mit den Criſten alſʒ ain arcʒit der kam ʒu des biſchoffs von TrientWikidata kammerer ghenant
Hermannus Schindeleip vnd lieſſen im ſagen die Criſten die gingen irr aines kindes vnd
hetten die iuden in groſʒem argwon das ſij ſer wunder nem von den Criſten es wer nit
ir ghewonhait kinder ʒu toten. ſij hetten wol in ir ricʒen ain todes kint funden von dem
waſſer do hin ghefloeſt ob es das ſelbige wer do mocht man ʒu beſehen / der kammerer ſer
erſchack vnd hieſʒ den iuden widder in ſein hauſʒ ghen vnd das kint nit ʒu verrucken. alſo
ging der kammerer fur den biſchoff von TrientWikidata vnd ſagt im die ghelegenhait des kindes
vnd do bald ſchiclꝛt der biſchoff noch dem Capitanien der da haiſt her Jacob ſpaurer vnde
befal im mit dem poteſtat ʒu ghen vnd ʒu beſehen das lꝛint. Nun hatten die iuden das ſelbis
dar vmb ghemelt das man ſolt ghedenlꝛen / hetten ſij das lꝛint ghetoetit ſo melten ſij es nit
ſelbs dar vmb mocht man nit ſpechen das ſij es ghetoet hetten.

Folio 9v (B1v)
hszt-figure-woodcut-9Holzschnitt 9 Der in St. Peter aufgebahrte Leichnam und dessen Anbetung
Folio 10r (B2r)
hszt-chapter-9
ZU dem neuden Capittel ſin ouch ʒu merclꝛen deij artilꝛel.

hszt-chapter-9-paragraph-9-1Der erſte iſt das
ʒu abeunt bij der nacht lꝛemen die vergeunanten Capitanig
vnd poteſtat in das hauſʒ Samuels vnd berufften die iuden all ʒu ſammen vnd hieſen
in weiſen wo das tot lꝛint lech. do fuerten ſij die ʒu der ſtat do lag es neben der ricʒen in
ainem loch. alſo trug man das lꝛint auff ain benclꝛle angeuerd dar auff es was ghemartert
worden. do ſpach der houptman ob die iuden all gheghenwirtig weren. do antwoten
ſij ia / an ainen alten der nit wol gen muchte. do muſte der selhbige alt ouch lꝛummen genant
Moyſes der hub an vnd ſpach. ach du libes lꝛint wie iſt dir gheschehen. alſo ſtunden die iuden
an ainer ſeiten die Criſten an der anderen das ſelig kint lag in dem mittel.

hszt-chapter-9-paragraph-9-2Der ander ar
tilꝛel ʒu merclꝛeun iſt das der houptman beſach das Selig lꝛint mit den anderen ghelerten ob
es ertrunclꝛen wer vnd wie ſij es lꝛerten vnd schutten vnderſich ſo wolt doch lꝛain waſſer
von dem lꝛint auſʒgen die beſahen das mit den lꝛercʒen vnd ſtrichen im den lꝛot vnd die erden
von dem leichnam vnd funden das es vber al gheſtupft was woden vnd rot wunden hatt
ſeij funden ouch ain groſſe wunden in ſeim rechten wangen vnd ain andere an ſeim rechte
pain. Sij beſohen im ouch ſein ghemechtle das was gheſwollen. vnd alſo bald der houptman
dar ſach do hub das ghemechtle an ʒu pluten vnd rierte dar an mit aim tiechle vnd enpfing
die tropfen in das tuch vnd weiſʒte das den anderen.

hszt-chapter-9-paragraph-9-3Der tritte artikel ʒu mercken iſt
das das ſelig kint wort ghetragen in ain Cappel des ſpittal neben ſant Peters pfar kirchen
vnd gheleit auff ainen altar wen es in der ſelbige pfar was ghetoufft woden. vnd do kam
mutter vnd vatter des ſeligen kindes mit groſſem bitteren klagen ires liben kindes. vnd
jung vnd alt ʒu ſcheijen vber die poeſen iuden vnd klagten den vnſchuldigen tot. alſo wart
das ſelig kint vber ettliche tag ghetragen in ſant Peters kirchen die do iſt von teuſch vnd
welſch ain pfar kirchen vnd die van ſant UigilienWikidata die da iſt ain houpt kirchen des piſtums
zu TrientWikidata hetten das kint gern ghehabt in irer kirchen ſij mochten das ober nit do hin
pingen. wan es wolte in ſeiner pfar kirchen bleijben. alſo ſtet ſant PeterWikidata ʒu dem houpt
des ſeligen kindes. vnd sant UigiligWikidata ʒu den fueſʒen der ain piſchoff ʒu Trient was. vnd der
piſchoff von TrientWikidata vnder dem das ſelige kint iſt funden woden der knijet vo dem kint
ſein nam haiſt her Hans hinterbachWikidata den got bewar vo allem vbel wan er groſſen fleijſʒ
in diſſen ſachen ghetan hat / etliche wunder cʒeichen die do gheſchehen ſin die liſʒ in den leſten
Capittelen.

Folio 10v (B2v)
hszt-figure-woodcut-10Holzschnitt 10 Die Folterung der Juden mit glühenden Zangen
Folio 11r (B3r)
hszt-chapter-10
DAs cʒehend capittel hat ouch dij artikel

hszt-chapter-10-paragraph-10-1Der erſte iſt das
alſʒ die oberſten hatten das kint beſehen do nam der houptman drij der obeſteren
iuden ghefangen mit ſich auff das ſloſʒ die woen ghenant Samuel Angel vnd Tho
bias
. die anderen nam der poteſtat vnd legt ſij ghefangen in die turne der ſtat vnd woden
all ghefragt alſʒ man vbeltetter fragen ſal. do veriahen ſij alle auſʒghenomen Samuel vnd
Moyſes die wolten nit veriehen. ſo lang das ʒwen iuden Thobias vnd Iſrahel die wurden
ʒu in ghefurt. vnd ſpnachen was welt ir dar auſʒ machen ir wiſt doch wol das wir an dem
kint ſchuldig ſein. Sint en mal das ir das gheſagt habt ſo wil ich die rechte warhait ſagen
vnd hab da an vnd ſagt mer den die anderen nierlꝛant hatten. vnd des gleichen tett ouch Sa
muel
der beſunder ghefragt wart der da begert welt man in pennen nach lꝛaiſerlichem
recht ſo wolte er ouch ſagen die rechte warhait. alſo ſagt er von mogen bicʒ auff den aben
glich alſʒ die anderen gheſagt hatten.

hszt-chapter-10-paragraph-10-2Der ander artilꝛel iſt das man ir ghichtung nit
wolte auff nemen ſij hetten den drj iudiſch aijd gheſwoen das alle ir vergichtung war
wer vnd wolten dar auff ſterben das tetten die iuden vnd ſwoen dij iudisch aijd das alles
war wer was ſii hatten veriehen. vnd die anderen inuden in welſchem landen die wolten den
furſten von oſtereich hercʒog SijgmuntWikidata
geben mer den hundert tuſent gulden das er ſii
ſolt bii dem leben gelaſen haben er tat aber alſʒ ain Criſtlicher furſt vnd scheib dem biſchoff
von TrientWikidata
bii ſeinen reten das er lieſʒ das recht vber die iuden ghen.

hszt-chapter-10-paragraph-10-3Der tritte ar
tilꝛel iſt alſʒ man ſolt die iuden richten
do was Moyſes gheſtoben in der ghefenlꝛniſʒ vnd in mainung er hab
ſich ſelbs ghetot. der wart auſʒ ghefurt auff ain pet vnd verurtelt auff ain ratt vnd alſo
verpant. Die anderen drii Samuel Angel vnd Thobias die bant man auff ainen wagen vnd
mit cʒangen wurden ſii cʒerrisseun. wvon aller erſten wart dem Thobias auſʒ ſeinen wangen
gheriſſen ain ſtuclꝛ. dar vmb das er der erſte was der dem ſeligen lꝛint hatte ain ſtuclꝛ ge
riſſen auſʒ ſeinen hailigen wangen. vnd alſo geſchach ouch den anderen vnd alſo wurden ſii ghe
furt durch die ſtat vnd vo iren heuſeren vber al gheriſſen mit gliegenigen cʒangen. Dem
Thobias wolt man ain hant ab gheslagen haben vo der gassen dar in er das ſelig kint genummen
hatt das doch nicht gheſach dar vmb das er villicht gheſtoben wer.

Folio 11v (B3v)
hszt-figure-woodcut-11Holzschnitt 11 Die auf Räder gebundenen Juden werden verbrannt
Folio 12r (B4r)
hszt-chapter-11
ZU dem eilfften Capittel ſin ouch ʒu mercken dij artikel wie die iuden ſin ghe
pant woden.

hszt-chapter-11-paragraph-11-1Der erſte iſt das die haben ain gewonhait das ſij vnder aller
pein die man mack in an thun ſo begheren ſij in ſunderhait das fur wo vmb das iſt
das wolten ſii nit bekennen. die ghelerten die mainen ſii thun das dar vmb das AbahamWikidata von
dem die iudiſchait enſpungen iſt der wart auſʒ dem fuer in kaldeaWikidata erloſt do er das fuer
nit wolte anbetten alſʒ die bibel auſʒ weiſt ſo thun ſii das alſʒ ob ſii iren vatter willen nach
volgen das er ſii nem in ſein ſchoſʒ / Hie iſt aber den iuden das fuer ʒu gheteilt nicht durch er
begher ſunder durch das recht. alſo felſcher des gloubens auſʒ den kaiſerlicheun rechten.

hszt-chapter-11-paragraph-11-2Der ander artikel ʒu mercken iſt das diſſen iuden dierleij pein iſt an ghetan geweſt
Die erſte iſt das ſii mit glueden cʒangen ſeint verpant vnd cʒerriſſen. wo vmb aber
das gheſchehen iſt. vnd allein iren dien gheſchehen iſt da iſt ʒu mercken das vnder diſſen
iuden ſin irer dii gheweſt alſʒ die oberſten Sanmuel Angel vnd Thobias. Moyſes der wer
ouch bii in ʒu cʒerriſſen woden der was in der ghefenckniſʒ ſtoben alſo vo gheschibben
iſt. die hat man dar vmb czerriſſen mit cʒangen das ſii hetten das ſelig kint onuch mit
cʒerriſſen hatten an den wangen vnd pain. Die ander pein iſt das ſii alſʒ die moerder
wurden auff die reder gheleit das ſii das ſelig kint ghemot hatten Die tritte pein iſt
das ſii auff den rederen verpant wurden dar vmb das ſij das ſelig kint ʒu ſmocheit dem
Criſtlichen glouben ghemartert hatten.

hszt-chapter-11-paragraph-11-3Der tritte artikel ʒu mercken die figuren do
ir ſechs auff rederen ligen. das nit auff ainen tag all ſechs verpant wurden. wan
do wurden ir vier verpant. die drij die fuer ghe
ſchibben stan Samuel Angel vnd Thobias. Der vierde der was ain iunger vnd Samuels
ſnun vnd hieſʒ Iſrabhel alſʒ vmb treiſich iar der hat ghetan was in die anderen alten hatten
vnderweiſt der wart gheſleifft durch die ſtat die wil die anderen wurden cʒerriſſen mit
cʒangen. vnd wart ouch mit den dijen auff ain rat ghebunden alſo das den ſelbigen tag
worden ir vier die ob ghenante verpant. Moyſes der vo gheſtoben was der wart
an ainen ſundereun end verpant vnd durch ain ſunder vrtail / Die anderen cʒwen die da be
ſunder ligen auff rederen die heiſen Uital vnd Mayer die wurden verpant des anderen
ſij wurden ouch ghepunden auff ainen wagen aber nit cʒerriſſen mit cʒangen ſij wur
den aber ſo ſere ghewoffeun mit kot vnd mit ſtainen vnd cʒerriſſen mit dornen das ſij kainen
menſchen gleich woen vo kot vnd plot das von in ran alſo das ſij doch hatten ouch dierle
pein dar nach ghepunden auff reder vnd verpant.

Folio 12v (B4v)
hszt-figure-woodcut-12Holzschnitt 12 Taufe und Hinrichtung mit dem Schwert
Folio 13r (B5r)
hszt-chapter-12
DAs cʒwelffte Capittel hat auch dij artikel.

hszt-chapter-12-paragraph-12-1Der erſte artikel iſt das vnder
den gefangen iuden ſint gheweſt cʒwen iung iuden die alle bed hieſſen Saligman
auff das teusch ader boneuentura auff welsch der iunger iunger was alſʒ bij acht
cʒehen iaren vnd was des Mayer ſun der mit dem leſten verpant wart. Der ander was
in dem elter alſʒ funfvndecʒuencʒgʒig iar vnd was ain fromder iud vnd in Samuels hauſʒ
was er koch der anderen iuden vnd was ouch der auff den die iuden hatten bekant er het
das kint funden in der ricʒen alſʒ er wolte waſſer holen auſʒ der ricʒſen ſi hatten das aber
mit im an gheleit er hatt auch belꝛant das er achte ſtich dem ſeligen lꝛint gheben het. vnd
die anderen hatten in auſʒ der lꝛuchen dar ʒu gherufft.

hszt-chapter-12-paragraph-12-2Der ander artilꝛel iſt das der
lꝛoch von dem aller erſten tag alſʒ er gefangen wart do aſſ er lꝛain iudisch ſpeyſʒ alſʒ die
anderen. ſunder er begherte Criſten ʒu werden alle tag ſo lang er ghefangen lag bicʒ in
die treiʒehen wuchen vnd in der cʒeit lerent er das ghepet pater noſterWikidata vnd den gloubenWikidata
durch die pieſter die im ouch ſageten er ſolt nit ghedenlꝛen das er wolte da mit entghen
dem tot das er Criſten wurde mwan er muſte ſterben. do antwort er alle cʒeit / er tett das
dar vmhb allein das er ain Criſte erſterben wolte. Der ander des Mayers ſun der beeger
te Criſten ʒu werden an dem tag alſʒ man in auſʒ furte mit dem anderen vnd man ſii richten
ſolt / das was alſʒ ouch ſin vatter mit dem Uital verpant
wurden vo iren ougen.

hszt-chapter-12-paragraph-12-3Der tritte artilꝛel ʒu merclꝛen iſt das
wurden die cʒwen auſʒ ghefurt vnd wiſʒten anders nicht ſij wir
den ghericht alſʒ bald das ſij ghetoufft wurden. alſo lieſʒ man ſij ʒu ſehen wie die cʒwen ver
pant wirden. dar nach cʒoch man ſij naclꝛet auſʒ ir lꝛlaider vnd lꝛnyeten nidder in ain flieſſen
waſſer das da haiſt die perſingWikidata
vnd ſpach in fuer alles das in nott was ʒu dem Cristen glou
ben vnd wurden ghetoufft von der pieſterſchafft. alſo das dem lꝛoch wart ghegheben der
name achacius dar vmb wen der dach was ſein vnd er ain furſt was der cʒehen tauſent rit
ter / dem iungeren der nam Sixtus dem bahbiſt ʒu eren / alſo wart in gnad ghetan das ſi
nit ghericht wurden den tag vmb der eren des ſacramentis des tanufis aber wurden ſij auſʒ ghefurt vnd wvan erſten wart gbhericht der iunger iunger sixt9us.
dar nach der ander achacius der ſterb ſo ritterlich in dem glouben den im der pieſter vo
alſʒ im ſein ougen woen vopunden do knyet do der preiſter der das creucʒ hilt der da
ſpach ghekucʒt gheſtoben vnd er ouch ſpach gheſtoben. do ſtarb er vnd ſlog der richter
das houbt ab vmb die cʒeit alſʒ unſer her an dem haligen creucʒ ſtarb.
alſo woden ſij pede tot verpant das das recht ain vurganck hette.

Folio 13v (B5v)
hszt-chapter-13
ZU dem aller leʒtten Capittel iſt ouch ʒu mercken an vil artikelen

hszt-chapter-13-paragraph-13-1Zu dem er
ſten das der almechtig got lieſʒ groſſe wunder cʒeicheen geſcheheen an allerlaij krancken
leuten blinden lame ſtummen touben waſſerſuchtigen. vnd ouch toten menſcheun alſʒ
her noch geſchiben ſtet / Sunder die weiſen lerer haben ſich tijef erfrogt vnder in. wo vmb
got ſolliche wunder cʒaichen lieſʒ geſchehen / So doch vor molſʒ ouch kinder weren von
in ghetoet woden vnd ſelten ſolliche cʒaichen ſo groſʒ vnde ſo vil nit beren gheſchehen do
wart beſloſſen vnder den lerer der mer den cʒwelff doctoes teuſch vnd welſch weren ʒu
TrientWikidata beienander von des ſeligen kindes begen. Das vmb trijerle ſachen willen die vwun
der cʒaichen gheſchehen. Die erſte iſt dar vmb ſein unſchuldigs bluet ſolte gherochen
wwerden wen ſo ſij das kint ʒu ſmocheit got vnd dem Criſtlichen glouben ghetoet alſʒ in den
voderen Capittel ʒu mercken iſt. vnd got gheſpochen hat. Was man tuet ainem von den
aller minſten der ſeinen das tuet man im ſelber. dar vmb ſo hat got das gherochen alſʒ ob
es ſein bluet vergieſſen vwer. Die ander ſach iſt das in groſʒ verbogen boſʒhait die lan
ge cʒeit verbogen iſt ghebeſt alſʒ ſy die Criſten haſſen vnd verfluchen alſʒ vo geſchibben
iſt die ſolt gheoffenbart bwerden vnd der groſʒ vberemuet den ſij ghetribben haben vnder
den Criſten ſolt ghenydert werden vnd das ſy ſolten ghehalten bwerden alſʒ iuden vnd toet
feinde vnſers heren. Die tritte ſach iſt das die Criſteun ſollen mercken in ghemainſchafft
furder ʒnu meiden bwen alle recht verpieten den Criſten kain ghemainſchafft ʒu halten mit
den iuden das leider gar bwinicʒig iſt ghehalten wworden. dar vmb kain lant kan die leng glick
ader hail an ghen da die iuden bwonhafftig innen sein.

hszt-chapter-13-paragraph-13-2Ouch iſt hij ʒu mercken das die
iuden ſin mit gancʒ ʒu vertilken. wan die gheſchifftWikidata bheiſt / das man die iuden nit sal gancʒ ver
tilken aber ſtroffen ſal man ſij wan ſij das verſchulden / vmb treijerle ſache willen ſint ſij nie
gancʒ ʒu vertilken. Uon erſten dar vmb das der Criſten biecher ſin vnde ghedechtniſʒ
der hailigen martir Criſti / ſo wir die ſehen vo vns ghen die vnſeren heren ghetoet ha
ben alſʒ die schifftWikidata ouch ſagt / Dens oſtendit mihi ſupper inmicos meos ne occidas eos nequan
do obliuiſcantur populi mei
[↗]
ſupple paſſionis xpcriſti dauid pſal. xxxixWikidata. Die ander ſach ist wan
ſy alle noch dem ende Criſt kurcʒ vo dem iungeſten tag bekert werden ʒu dem hailigen
Criſtlichen glouben do von aber die furder gheſchrifft ſpicht Conuertentur ad veſperam et
famem ſupple verbi dei pacientur vt canes.
[↗]
Die tritte ſach iſt das unſer her ouch mariaWikidata
vnd Criſtlicher gloub auſʒ den iuden enſpungen iſt dar vmb ſpicht die gheſchrifftWikidata Salus


ex iudeis eſt
[↗]. Aber dennach ſol man die iuden halten alſʒ iuden / das ſi cʒaichen an tragen vnd a
beiten / vnd wen es not tet die scheiſʒheuſʒer keren vnd miſt auſʒ furen das leider wincʒig
geſchicht.

hszt-chapter-13-paragraph-13-3 OAuch iſt hie cʒu mercken das die wunder cʒaichen huben an. an etlicheun pperſonen die
das kint in ire armen nomen do ain fraw vier iar ain krebs an der pruſt het. alſo
bald ſij das kint an dem arme trug do verſwant der krebiſʒ dar nach komen ander frau
wen die da lam woen ni der ſtat ʒu TrientWikidata die alle gheſunt wurden alſo vil das es auſʒ
bach in alle lant do kommen auſʒ welſchen vnd teuſchen landen / das der cʒaichen ſo vil ghe
ſchehen ſin das ain groſʒ buech do von ʒu ſchreiben wer die alle bij dem aijd den ſij ſweren
muſten die do gheſunt wurden erlꝛant haben. vnder den vil ʒaichen ettlichegʒ ʒu berieren
iſt das ain ſtum was neun jar gheweſt. alſo bald er vo den marteler lꝛam do wart er re
den. Ain ander der treiczehen iar blint was gheweſt der wart ſehen. Ain lꝛint bij mantuaWikidata
in dem waſſer lag bij ʒwo ſtunden vnd tod was das ſelbige wart ghelobt ʒnu dem ſeligen
lꝛint. alſo bald wart es widder leben. Uil lꝛinder die lam in henden in armeun ettlich die
nit ghen auff die fueſʒ tretten noch ghen mochten die alle geſunt wurden. vnnd beſunder hat
es vil cʒaigen an den vnſchuldigen lꝛiunderen ghetan die an ſunde ſint vnd das ſelige lꝛint
ouch an ſunde gheweſt iſt. Das ſij dir ſeliges lꝛint gheſchibben ʒu deinem lob vnd eren die
nit auſʒ ʒu ſpechen iſt do mit ich mich befiel in deine beſchirmung Amen.

hszt-chapter-13-paragraph-13-4Und das hat
ghedruclꝛt Albertus duderſtat von dem Eilꝛſvelt ʒu Trient in dem iar alſʒ man die iuden hat
verpant do man ſcheib

Laus deo.

hszt-chapter-13-paragraph-13-5
Diſe aufgedrukchte geſchift vnd gemel iſt vngeuerlichen beſchehen von den auffdrug
keren vnd maleren in aller der maſʒ wie ſie das lantmer weiſe vnde von dem gemainen
volk in der ſtat ʒu TrientWikidata geſagt vnde geblaten iſt woden da mit der warhait der hy
ſtoie nicht abgenomen noch verʒigen als die in den gerichts puchereun vnd aufſchriben
vermerket und aus geſchiben ist Dar auff wir vns gancʒ ſetʒen vnd diſſe vnſer geſchif
te vnd gemele ſchiben vnd verlaſſen.

Folio 14v (B6v)
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